Quelle:

 

Plutonomy - Wikipedia (en)

 

 

from Edward Fullbrook

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This appeared on my screen last night.

                                               The Plutonomist Manifesto

  1. Because democracy is our worst enemy, we must work to convert every democracy in the world to a fake democracy.

  2. We, The One-percent, achieve these conversions of the system of government through three forms of targeted ownership.

    a. Owning mass media, the internet and the Web.

    b. Owning all major political parties. We achieve this ownership by making the electoral process extremely expensive, thereby making election dependent on our financial support.

    c. Owning economists. In today’s world the economics profession determines what the electorate sees and does not see regarding the economy. Therefore it is imperative that we control it.  We achieve this by maintaining remunerative revolving doors, by financing think tanks and university economics departments, by funding Trojan Horse organizations to co-opt non-One-percent economists, and by our Nobel Prize.

  3. In countries with real democratic traditions, plutonomy revolutions are achievable only by using Trojan Horse Methods (THMs). Subversion rather than violence or open campaigning is our means of conquest.

  4. The use of THMs means that sometimes we must be seen to give support to our opponents.

  5. We must be vigilant against leakages (for example, the Citigroup documents) of the existence of our program.

  6. When approached always give lip-service in support of democracy.

  7. The middleclass is both our means to success and our ultimate obstacle. It is they, not the poor, who have what we want. Hence the necessity of THMs.

  8. Ridicule all suggestions of our existence as the work of conspiracy theorists, and label people who support middleclass interests over ours as “leftists”.

  9. Channel funds to the emerging neo-fascists parties in the US and EU countries because their shenanigans camouflage our redistributions.

  10. We must work to expand and refine our armoury of redistribution mechanisms.

  11. The success we have had in the USA and the UK in redistributing middle-class income and wealth to ourselves must now in the next 15 years be duplicated across Western Europe, most especially in France and Germany (Hervorhebung durch EUREGIO-Redaktion)

  12. Our goal of receiving forty percent of income and owning 80 percent of wealth is achievable in most countries of the world by mid-century (2050, d. Red.).

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This and this explain the reference in #5 to “Citigroup documents”.

 

 

Plutonomie - Wikipedia (de)

Begriff

Der Begriff stammt von einem Team um den Aktienanalysten der US-Bank Citigroup Ajay Kapur, das den Terminus erstmals 2005 als These für das damals starke Wachstum der US-Wirtschaft trotz steigender Leitzinsen, Rohstoffpreise und Staatsschulden benutzte.[1] Er ist in Anlehnung an Plutokratie eine Zusammenziehung der griechischen Wörter für „Reichtum“ und „Wirtschaft“. Plutonomien werden von den Citigroup-Analysten definiert als Ökonomien, „wo das Wirtschaftswachstum getrieben und weitgehend konsumiert wird von wenigen Reichen.“[2]

Diskussion

In insgesamt drei Berichten zur „Plutonomy“ haben die Citigroup-Analysten den Kunden der Bank ihre These erläutert, wonach der Einkommensanteil der Superreichen am Gesamteinkommen in den sogenannten Plutonomien so groß geworden sei, dass man Entwicklungen in diesen Ökonomien nicht mehr verstehen könne, ohne die finanzielle Situation und das Konsumverhalten der Superreichen zu beleuchten. Das Konzept des Durchschnittskonsumenten habe keine Aussagekraft in diesen Ökonomien.[3] Die Citigroup-Analysten sagten voraus, dass sich der Trend zur Plutonomie noch längere Zeit fortsetzen werde, unter anderem wegen wohlmeinender Regierungen.[4] Allerdings wiesen sei auch auf Gefahren für das Plutonomie-Modell hin, unter anderem darauf, dass die wirtschaftlich wenig bedeutsame Bevölkerungsmehrheit mithilfe ihres Stimmengewichts auf politische Veränderungen dringen könnte.[5]

Ulrich Thielemann schrieb 2007 in der Zeitschrift Die Gazette, "dass nach einer Studie der Citibank, diese "die US-amerikanische Wirtschaft als eine soziale ›Plutonomie‹" bezeichnete, denn sie sei "ausgerichtet auf die kleine Gruppe der so genannten ›Super Rich‹, dem reichsten einen Prozent der Amerikaner, das 20 Prozent des Sozialprodukts konsumiert und dem der überwiegende Teil des durchaus beachtlichen Wachstums der letzten Jahre zugeflossen ist".[6] Die Mittelschicht, welche den Großteil der Bevölkerung darstellt, wird von einer immer kleiner werdenden Minderheit der oberen Bevölkerungsschicht kontrolliert. Das wirtschaftliche Wachstum - und damit die Politik - ist abhängig vom Wohlwollen dieser kleinen „Gruppe der Superreichen“.

In den Plutonomy-Berichten empfahlen Kapur und Team Unternehmen, auf die Produktion von Luxusgütern zu setzen, und Investoren, Aktien von Luxusgüterproduzenten zu kaufen. Wer sich daran gehalten hat, hat blendend verdient. Der internationale Aktienindex für Luxusgüterproduzenten hat seit Mitte 2006 145 Prozent zugelegt, trotz Finanzkrise. Der allgemeine Aktienindex MSCI-World gewann im gleichen Zeitraum nur 30 Prozent. [7]

Trend zu Vermögenskonzentration und Plutonomie

Acht Jahre nachdem Kapur und Team die Plutonomy-These ausgearbeitet und publiziert haben, wurde der französische Ökonom Thomas Piketty mit einem Buch weltberühmt (Das Kapital im 21. Jahrhundert), in dem er einen starken langfristigen Trend zur Vermögenskonzentration belegt und analysiert. Von einigen Ökonomen wurden Pikettys Thesen dabei bestritten. In dieser Diskussion meldete sich 2014 der Urheber der mit Pikettys Thesen zur Vermögenskonzentration eng verwandten Plutonomy-These, Ajay Kapur, erstmals wieder zu Wort. In der Studie, die er für Kunden seines neuen Arbeitgebers Bank of America Merrill Lynch, einen der größten Vermögensverwalter der Welt erstellte, verteidigten Kapur und Team Piketty gegen seine Kritiker. „Die Kräfte, die den Trend zur Plutonomie befeuern, gewinnen alle an Kraft“, schreiben sie. Nach der neuen Studie mit dem Titel „Piketty and Plutonomy: The Revenge of Inequality“ (deutsch: „Piketty und Plutonomie: Die Rache der Ungleichheit“) sind zwar langfristig die Treiber der weiteren Vermögenskonzentration intakt, darunter Globalisierung und kapitalismusfreundliche Regierungen; kurzfristig sehen Kapur und Team aber Potenzial für Rückschläge. Die US-Notenbank führt ihre Wertpapierkäufe zurück. „Die Bilanzen der Plutonomisten und ihr Verhalten waren ein wichtiger Übertragungskanal für diese Geldpolitik“, analysiert er. Eine zweite Bedrohung für die Luxusbranche sieht er in Antikorruptionsinitiativen wie in China oder Indien. Der Spirituosenhersteller Remy Cointreau spürte das bereits in Form eines Absatzeinbruchs seiner profitabelsten Luxusmarken.[8]

Weltvermögensberichte privater Organisationen

Aus dem Weltreichtumsreport, den die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) am 9. Juni 2014 in Washington vorgestellt hat, geht hervor, dass das liquide Vermögen der Superreichen, die von den Vermögensverwaltern Ultra-High-Net-Worth-Haushalte (UHNW) genannt werden, im Jahr 2013 um 20 Prozent gestiegen ist. Es sind weltweit laut BCG nur rund 15 000 Haushalte, die in diese Gruppe gehören. Sie kontrollieren bereits 5,5 Prozent des Welt-Finanzvermögens. In Deutschland leben der Studie zufolge 881 davon, etwas weniger als in China und Großbritannien. In den USA leben fast 5 000 von ihnen. Immobilien und andere illiquide Anlagen werden in der BCG-Statistik nicht berücksichtigt. Der Trend zur Konzentration der Vermögen ganz oben soll sich auch nach der Prognose der BCG fortsetzen. Während nach der BCG-Projektion das Vermögen der Nicht-Finanzmillionäre in den nächsten fünf Jahren nur um 3,7 Prozent pro Jahr steigen wird, sollen es bei den Mega-Reichen 9,1 Prozent pro Jahr sein. Ihr Anteil am Finanzvermögen würde damit um knapp ein Fünftel auf 6,5 Prozent steigen. [9]

Der am 14. Oktober 2014 veröffentlichte Global Wealth Report der Schweizer Großbank Credit Suisse[10], die mit einem verwalteten Vermögen von 1,3 Billionen Schweizer Franken zu den weltweit größten Vermögensverwaltern gehört, bestätigt diesen Trend. Ein Vergleich mit dem Global Wealth Report für 2010 [11], dem Jahr, in dem Thomas Pikettys Daten enden, zeigt: auch bis Mitte 2014 konzentrieren sich die Vermögen immer stärker ganz oben an der Spitze. Kontrollierte das oberste Prozent der Reichen 2010 noch 43 Prozent des weltweiten Finanz- und Immobilienvermögens, so waren es Mitte 2014 bereits 48,2 Prozent. Die Vermögensklasse der obersten 90 bis 99 Prozent sah ihren Anteil am Weltvermögen leicht von 40 auf 39 Prozent schrumpfen. Der Anteil der oberen 50 bis 90 Prozent schrumpfte in diesen fünf Jahren von 16 auf 12 Prozent und die untere Hälfte bescheidete sich weiterhin mit weniger als einem Prozent. Brauchte man 2010 noch ein Nettovermögen von 4000 Dollar, um es in die obere Hälfte zu schaffen, reichten 3650 Dollar, trotz des Geldwertverlusts seither. Dagegen muss man heute mit einem Vermögen von knapp 800.000 Dollar über ein Drittel mehr aufweisen, um es unter das oberste Prozent zu schaffen. Im Gegensatz zu den Reichtumsberichten anderer Institute bezieht Credit Suisse in ihre Analyse neben dem liquiden, anlagefähigen Finanzvermögen, das die Vermögensverwalter besonders interessiert, auch das Immobilienvermögen mit ein, das breiter gestreut ist, als das Finanzvermögen. Es zeigt sich, dass trotz dieses umfassenderen Vermögensmaßstab ein fortgesetzter Trend zur Konzentration der Vermögen ganz oben zu erkennen ist.

Ein wichtiger Treiber der zunehmenden Vermögenskonzentration war laut der Studie die gute Aktienkursentwicklung und damit indirekt die lockere Geldpolitik, insbesondere der US-Notenbank, die dafür verantwortlich gemacht wird. „In Anbetracht der Tatsache, dass Aktien vor allem von den Reichen gehalten werden, wird das sicherlich die Debatte über die Verteilungswirkungen der Wertpapierkäufe der Notenbanken anheizen“, sagen die Analysten der Credit Suisse voraus.

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