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Die alternativ formulierte Überschrift „EUROPA DER VATERLÄNDER“ oder „EUROPA ALS SUPERSTAAT“ signalisiert die aktuelle Auseinandersetzung um die künftige politische und gesellschaftliche Gestalt des europäischen Kontinents. Daraus ergibt sich eine Reihe von Fragen:

* Wird sich dieser Kontinent weiterhin auszeichnen als „Europa der Vaterländer“, in dem sich die europäischen Nationen auch in Zukunft  ihre jeweils eigene nationale Identität bewahren bei gleichzeitiger Bereitschaft zu offenen Grenzen sowie zur höchstmöglichen Zusammenarbeit  auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens, auch im Wahrnehmen der Eigenverantwortung und dem Willen, Verantwortung zu teilen?

* Wird die Idee vom „Europa der Vaterländer“ gerade auch im Wissen um das gemeinsame Wertefundament, das die europäischen Nationen miteinander verbindet, konkrete Gestalt annehmen oder wird diese Idee bald ganz der Vergangenheit angehören?

* Sollen die Kulturräume der europäischen Völker Zug um Zug auf dem Weg der kulturellen Selbstauflösung und Selbstzerstörung eingeebnet werden durch eine mehr als fragwürdige „Multi-Kulti-Politik“  bzw. durch das Anstreben einer „europäischen Souveränität“ (Macron), letztlich also einer Eigenstaatlichkeit Europas in einem „nachnationalen Europa“ (Robert Menasse)?* Sollen die durch viele Jahrhunderte geprägten Kulturlandschaften,  in denen  die einzelnen europäischen Länder außerordentliche Kulturleistungen hervorgebracht haben, Gefahr laufen, allmählich durch die Auflösung der souveränen Nationalstaaten  ausgelöscht zu werden, indem diese gezwungen werden, ihre nationalen Eigenständigkeit schrittweise abzutreten?

* Soll der kulturell reich gefüllte   Schatz  der europäischen  Völker – Sprache, Traditionen und Brauchtumsformen, Architektur und  Kunst, Literatur und Musik, Forschungen, Entdeckungen und  wissenschaftliche Erkenntnisse – zunächst möglichst verdrängt, geringgeachtet und schließlich gänzlich aufgegeben werden?

* Sollen die europäischen Nationen im Zuge eines fragwürdigen globalisierten Denkens  vor allem auch auf die unersetzbaren menschlichen Werte wie Heimat und Lebensweise, Geborgenheit und Identität ihrer jeweiligen Bevölkerung verzichten, auf Werte, die anderen Ländern und Nationen wie selbstverständlich zugestanden werden? Ist diese ideologiebedingte Entwurzelung, dieser zugemutete Heimat- und Identitätsverlust von Millionen von Menschen in Europa einfach so hinzunehmen?

Es geht  also um eine alternative Entwicklung des europäischen Kontinents: EUROPA als eine differenzierte, durch Nationenvielfalt geprägte  STAATENGEMEINSCHAFT bzw. als ein STAATENBUND,  dem sich die einzelnen Staaten in freier, demokratischer  Entscheidung anschließen, miteinander einen Bund schließen – oder EUROPA als gesichtsloser zentralistischer SUPERSTAAT bzw. als eigenstaatliche „EUROPÄISCHE REPUBLIK“, in der die europäischen  Nationalstaaten so gut wie keine Bedeutung mehr haben. Bei dieser Entscheidung geht es auch um den Erhalt bzw. um die schrittweise Zerstörung der abendländischen Kultur.

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Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Ausdifferenzierung der staatlichen und kirchlichen Strukturen sollen hier stichwortartig einige Parallelen zwischen den Vergleichspunkten universale/nationale Kirche und Gesamteuropa/Nationalstaaten in Europa  (in der „Grobstruktur“) aufgezeigt werden.

Vergleichsebene  I:  Universale Kirche – Europa der Nationen 

  1. Kirche weltweit: Ein gemeinsamer Glaube, eine universale kirchliche Glaubensgemeinschaft in allen Kontinenten, basierend auf der biblischen Botschaft und den kirchlichen Dogmen

Europa der Nationen: Ein gemeinsames Wertefundament, basierend  auf der Werteordnung  der biblischen Botschaft und der daraus entstandenen christlich-abendländischen Kultur sowie der Aufklärung , wie sie auch  in der  UN-Menschenrechtskonvention von 1948 zum Ausdruck kommt

  1. Kirche weltweit: Die internationale oberste Leitung der Kirche: Papst (die nationale Herkunft eines Papstes ist grundsätzlich kein Kriterium seiner Wahl) mit derzeit 120 Kardinälen aus den weltweit unterschiedlichsten Ländern, die auch den Papst wählen; das weitere international besetzte Leitungsgremium der Kirche; weitere Mitarbeiter/innen aus den verschiedensten Ländern der Erde

Europa der Nationen: Das Leitungsgremium der Europäischen Union,    gewählt von der Bevölkerung aller europäischen Länder, das ggf. auch den Vorsitzenden/Präsidenten wählt, Mitarbeiter/Innen aus allen europäischen Ländern

  1. Kirche weltweit : Die universale römische Liturgie (zusätzlich 24 kleinere Partikularriten); Kirche als universale Gottesdienstgemeinschaft; Gregorianik

Europa der Nationen: Die europäische Kultur, bestehend aus der Vielfalt der Kulturen der europäischen Länder; europäische Kulturgemeinschaft; europäisch geprägte Musik.

  1. Kirche weltweit: Kirchliches Gesetzbuch (Codex Iuris Canonici) mit weltweiter Geltung; Kirche als universale Rechtsgemeinschaft

 Europa der Nationen: Europäische Gesetzgebung in Korrespondenz zur nationalen Gesetzgebung; Europa als  Rechtsgemeinschaft; Gewährleistung der Menschen- und Bürgerrechte

  1. Kirche weltweit: Offene Grenzen im Raum der Kirche: Weltweit können kath. Christen gemeindliche Gottesdienste  mitfeiern, kath. Priester zelebrieren, Sakramente spenden, kath. Lehrer dozieren

Europa der Nationen: Offene innereuropäisch Grenzen; gemeinsame    europäische Außengrenzen

Vergleichsebene II: Nationale kirchliche Strukturen – Nationale staatliche Strukturen

1.Kirche weltweit: Liturgie in jeweiliger Landessprache

Europa der Nationen: Vielfalt der Landessprachen, der Dialekte

  1. 2. Kirche weltweit: Diözesane (teilkirchliche) Strukturen in den einzelnen Ländern: Jeder Diözese steht ein Bischof vor als Nachfolger der Apostel – In jeder Diözese eigenes Diözesanrecht, eigene pastorale Strukturen, eigenes Finanzwesen, eigene Traditionen, eigene Frömmigkeits-und Brauchtumsformen, oft auch eigenes Liedgut

Europa der Nationen: Jeder Staat hat gewählte Regierung mit differenzierten Organen und Institutionen; Eigenstaatlichkeit, eigene Souveränität;  landesspezifische Brauchtumsformen, kulturelle Besonderheiten

  1. Kirche weltweit: Solidarität : z. B. in Deutschland; Misereor-Adveniat-Aktionen; Sternsinger-Aktion der Kinder; Tätigkeit von Priestern-Ordenschristen aus anderen Kontinenten- Patenschaften mit Gemeinden in anderen Kontinenten

Europa der Nationen: Solidarische Hilfsaktionen

Die Nationen Europas als entscheidende Stabilitätsfaktoren der künftigen europäischen Union

Welchen Weg  wird Europa in Zukunft gehen? Welche  Gestalt wird der europäische Kontinent in absehbarer Zeit, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten annehmen? Welche mehr als notwendigen Reformen wird die Europäische Union möglichst zeitnah auf den Weg bringen müssen, um einem weiteren Zerfall zu entgehen?

Über diese und ähnliche Fragen wird bei den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament am 26.Mai 2019 (in Deutschland) zumindest ein Stück weit  mitentschieden werden. Dabei werden einige wichtige Weichen für die Reise in die europäische Zukunft gestellt und damit auch in die Zukunft der Nationalstaaten Europas. Wird das Jahr 2019 tatsächlich „ein Schicksalsjahr werden, das in die Geschichtsbücher eingehen wird“ (Manfred Weber)?

In den wenigen Monaten vor dieser Wahl werden hoffentlich noch viele Diskussionsräume auf allen gesellschaftlichen Ebenen, auch in den Medien eröffnet werden. Wünschenswert wären konstruktive  Auseinandersetzungen, in denen die Karten mit den gegensätzlichen  Standpunkten zur Zukunft Europas offen auf den Tisch gelegt werden.

Der  vorliegende Artikel  versteht  sich  als ein  Plädoyer für ein demokratisches Europa, das in den europäischen Nationalstaaten und durch sie vereint ist bzw. in Zukunft noch enger vereint sein wird. Denn nur durch die eng miteinander verbundenen europäischen Staaten, die den Menschenrechten der UN-Charta verpflichtetet sind, wird sich Europa zu einem starken Kontinent entwickeln können.

Nur in dieser engen Verbindung der europäischen Völkergemeinschaft  kann Europa auch den enormen gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Belastungen standhalten, die auf unseren Kontinent möglicherweise zukommen werden  vor allem durch die zu befürchtenden Ströme von vielen Millionen insbesondere afrikanischer  Migranten. Die damit verbundenen massiven Probleme werden – wenn überhaupt –  nur  durch gemeinsame Anstrengungen der europäischen Nationen beherrschbar sein.

Durch das Ausbluten der europäischen Nationalstaaten jedoch zugunsten eines zentralistischen und gesichtslosen Europäischen Superstaates, einer transnationalen europäischen Republik würde Europa zu einem schwächelnden, immer  kraft- und bedeutungsloser werdenden  Koloss degenerieren. Zum Einfallstor zugleich auch für die unterschiedlichen demokratie-und freiheitsfeindlichen Bestrebungen, die den europäischen Kontinent wahrscheinlich künftig von innen und außen noch stärker als bisher bedrängen werden.

Nur ein starker europäischer Kontinent, der geprägt ist von europäischen Nationen, die mit- und untereinander in enger Abstimmung  verbundenen  sind,  dürfte vermehrt auch aufkommenden zerstörerischen Kräften erfolgreich Widerstand leisten können. Deshalb müssen im weiteren Verlauf des europäischen Einigungsprozesses die europäischen Nationalstaaten ein unersetzbares  Konstitutiv bleiben. Sie sind die entscheidend-prägenden Stabilitätsfaktoren der künftigen europäischen Union.

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