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Da wir uns im übrigen im medialen Sommerloch befinden, bietet es sich an, zwei Dinge miteinander zu verknüpfen, die nichts miteinander zu tun haben. 

Katrin Göring-Eckardt, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, fährt gleich ganz schweres Geschütz auf und sagte in einem Interview mit der Welt am Sonntag : „Wir brauchen eine Debatte über weitere Fluchtgründe: Zum Beispiel für die Menschen, deren Lebensgrundlagen durch die Klimakrise komplett zerstört wurden“.

Der deutsche Michel und seine gefräßigen Komplizen

Die Klimakarte wird jetzt vor allem deshalb gezogen, weil sich bis zu den Grünen herumgesprochen hat, dass das Volk allmählich ein wenig misstrauisch wird ob der bislang massenhaft vorgebrachten Fluchtgründe. Es lässt sich ja nicht mehr von der Hand weisen, dass eine ganze Menge derjenigen, die zu uns kommen, dies aus rein wirtschaftlichen Gründen tun. Aber auch die Tatsache, dass einige, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, in eben diese Länder zwecks einer Urlaubsreise zurückkehren, hat die Vertrauensbasis in die jeweiligen Argumente etwas geschmälert.  

Im Grunde sollten ja in linksgrüner Lesart alle willkommen sein, wegen der Schuld des weißen Mannes, die dieser in der Kolonialzeit und bei der Ausbeutung der sogenannten Dritten Welt auf sich geladen hat.

Der Freundeskreis Dritte Welt hat uns Jahrzehnte ungefähr folgendes eingebläut:

Der deutsche Michel und seine fresssüchtigen Komplizen aus den reichen Ländern bereichern sich aktiv an der Not der Ärmsten. Bildlich gesprochen nehmen wir den darbenden afrikanischen Kindern den Hirsebrei weg und verfüttern ihn seelenruhig an die Katze.

Wir sind schuld, das war so ausgemacht zwischen Mutter Teresa und Heinrich Bedford-Strohm.

Nun gibt es unter Fachleuten schon länger eine differenzierte Diskussion darüber, ob das überhaupt stimmt – und zwar nicht nur hierzulande, sondern beispielsweise auch in Afrika.

Schon seit mindestens 20 Jahren könnte man es besser wissen.

Damals schrieb der Politikwissenschaftler Siegfried Kohlhammer: 

„Dass wir auf Kosten der Dritten Welt leben, ist ein weitverbreitetes Vorurteil bei Linken und Grünen aller Art, weltoffenen Christen, Friedensfreunden, Menschen guten Willens von der CDU bis zur RAF, Verfassern schöngeistigen Schrifttums und deren sensibler Leserschaft, kurzum den edlen Seelen.“

In seinem Klassiker (Auf Kosten der Dritten Welt?) stellt Kohlhammer fest: „Die Beliebtheit der Ausbeutungsklage ist nicht den Fakten zu verdanken, sondern moralischer Einschüchterung sowie einem Meinungsklima politisch-moralischer Korrektheit.“

Richard Reichel, Volkswirtschaftler aus Erlangen,

beschrieb etwa zur gleichen Zeit in seinem Buch Markt oder Moral? das Elend als „hausgemachtes Problem“ und verwies auf „wirtschafts- und entwicklungspolitische Fehler, die nach dem Ende der Kolonialzeit begangen wurden“. Der Dritte-Welt-Bewegung attestierte er das ängstliche Bemühen, „den Kontakt zur ökonomischen Fachliteratur zu meiden“.

Axelle Kabou, Afrikanerin aus Kamerun, 

schrieb in ihrem Buch „Weder arm noch ohnmächtig“ sarkastisch über „die Humanitätsduselei des Westens mit seiner historischen Schuld“. Und sie wunderte sich: „Man könnte fast meinen, es gebe ein stillschweigendes Verbot, die Situation Afrikas direkt mit dem Verhalten der Afrikaner in Zusammenhang zu bringen“.

Und sie fügte bissig hinzu: „Es wird darum gebeten, ein gewisses Maß an Kritik nicht zu überschreiten, da sonst die historische Verantwortung des Westens verlorengehen könnte.“

Nachsatz: „Schließlich geht es um die Leibrente.“

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