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Von Wolfram Schrems*

Mein nigerianischer Nachbar ist wegen der anhaltenden Massenmorde an nigerianischen Christen durch Muslime bestürzt. Die Bestürzung wird durch das Verschweigen dieser Greuel in den hiesigen Medien noch erhöht.

Die krasse Disproportionalität der Berichterstattung zwischen einem einzigen Anschlag gegen Moslems in Neuseeland und unzähligen Anschlägen durch Moslems anderswo kann er nicht verstehen.

Ich versuchte ihm klarzumachen, daß der Islam in der vom Glauben abgefallenen westlichen Welt eine Privilegierung in der veröffentlichten Meinung genießt.

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Wirklichkeitsverlust in der theoretischen Analyse …

 

Von erheblicher Auswirkung auf das Bewußtsein des deutschsprachigen Bildungsbürgertums ist erstens die „Ringparabel“ in Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise. Dieses läppische Machwerk hat es geschafft, ganzen Generationen von Schülern und somit späteren Erwachsenen, das heißt auch, Entscheidungsträgern in Politik, Gesellschaft und Kirche, den Blick auf die Wirklichkeit zu verstellen.

Denn es ist ja ein Unsinn, daß die drei „Religionen“ Christentum, Judentum und Islam wie drei identisch angefertigte Ringe bis zur Verwechselbarkeit ähnlich wären.

Weder ist deren Doktrin in irgendeiner Weise ähnlich. Im Gegenteil stehen sie kontradiktorisch zu einander, was schon Wesen und Bedeutung der Person Jesu Christi in den jeweiligen Theologien auf den ersten Blick deutlich machen. Noch sind die kulturellen und zivilisatorischen Auswirkungen, die „Früchte“, ähnlich. Unabhängig vom persönlichen Glauben ist das für jeden kritischen Analysten ohne weiteres zu erkennen.

 

Lessing und seinen Nachbetern ist es jedoch gelungen, gegen alle Fakten das Bewußtsein zu erwecken, daß die Adepten aller Religionen und zwar unter Umsetzung derer jeweiligen Grundsätze im Prinzip gut, human, kulturfördernd, „aufgeklärt“, tolerant, etc. handeln könnten. Damit ist für unsere Zeit ein wirklichkeitsfremdes romantisierendes Bewußtsein vom Islam allgegenwärtig. Der Terror wird damit wirklichkeitswidrig immer einer Fehlform oder einem „Mißbrauch“ des Islam zugeschrieben.

 

Zweitens tragen seit 1965 die Texte des II. Vaticanums (Nostra aetate, Lumen gentium 16 und – besonders desaströs – Dignitatis humanae) zu einer falschen Sicht auf den Islam bei.

Ohne hier ins Detail zu gehen (mit etwas Geschick könnte man die Islamaussagen in Nostra aetate sogar „retten“), muß man erfahrungsgemäß sagen, daß das Konzil die wirklichkeitsgemäße Analyse des Islam und dessen kultureller und politischer Folgen innerhalb der Kirchenstrukturen und bei den Gläubigen – zumindest in Westen – weitgehend unterbunden hat. Damit werden seit gut fünfzig Jahren auch keine adäquaten geistlichen, gesellschaftlichen und politischen Gegenmaßnahmen gesetzt.

Da die Kirche selbst in den Konzilsdokumenten nahelegt, daß der Islam etwas mit Abraham zu tun haben sollte und darüber hinaus Jesus Christus irgendwie „respektiert“, sind die Katholiken – und darüber hinaus viele andere Zeitgenossen – gleichsam geblendet worden.

Klarerweise wirkt sich diese Verblendung in einer katholisch geprägten Gesellschaft auf Politiker und Medienschaffende, auf Parlamentarier, Staatsanwälte, Richter und Ermittler aus.

 

Jetzt haben wir den Salat.

 

Und drittens genießt der Islam eine Vorrangstellung unter allfälligen Opfern wie in Christchurch, weil sich dessen Adepten mittels Terroraktivitäten eine disproportionale Medienpräsenz erzwingen können. Dieses Mittel erzwingt auch eine kontrafaktisch positive Medienberichterstattung und eine milde Judikatur, wenn es doch einmal etwas zu verurteilen gibt.

 

… führt zu schlimmen Folgen in der Praxis

 

Daß also nigerianische Christen als Mordopfer keine Rolle in westlichen Medien spielen, ist hiermit erklärlich. Auch sonstige Christen im islamischen Machtbereich erreichen das kollektive Bewußtsein des Westens nicht. Nicht einmal das Schicksal der bekannten pakistanischen Katholikin Asia Bibi, die im Gegensatz zu den nigerianischen Katholiken immerhin aus der Anonymität treten konnte, bewegte den Westen nennenswert.

 

Übrigens auch den Vatikan nicht:
Allzu schlecht ist uns in Erinnerung, daß man den Ehemann und eine der Töchter von Asia Bibi am Petersplatz Papst Franziskus vorgestellt hat. Asia Bibi schmachtete damals noch in einem pakistanischen Gefängnis und war mit der Todesstrafe wegen „Beleidigung des Propheten“ (o. ä.) bedroht. Der Papst ging nach einem kurzen Gruß einfach weiter.

Diesen Papst interessieren seine Schäfchen offensichtlich nicht einmal dann,
wenn sie sich in äußerster Not befinden.

 

Keine Frage: Die Verblendung hat auch die Spitze der Kirche erreicht.

Damit ist es schwierig geworden, mit einer wirklichkeitsgemäßen Analyse und mit Gegenmaßnahmen aller Art durchzudringen.

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Quelle:

 

 

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