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Von Felix Dirsch

In der evangelischen Kirche hat politische Einseitigkeit seit den 1960er Jahren Tradition. Doch auch die katholische Kirche droht mehr und mehr, ein Teil der progressiven Zivilgesellschaft zu werden.

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In den vergangenen Jahren ist der Linksdrall der Kirchen hauptsächlich auf ein anderes Thema zurückzuführen: In nicht wenigen Predigten wird der Geist zitiert, der Grenzen überwindet. Christlicher Universalismus dominiert in bischöflichen Verlautbarungen zur Migrationsproblematik. Umfassende Humanität steht im Vordergrund. Anhaltspunkte liefern das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und diverse Stellen beim Apostel Paulus. Hier trifft man sich inhaltlich mit denjenigen, die ostentativ Toleranz und Weltoffenheit einfordern.

 

Gedanken der Nächstenliebe prädestinieren scheinbar zum Willkommensklatschertum, werden mithin gesinnungsethisch ausgelegt. Die scholastische Soziallehre kennt indessen den Vorrang der Analyse des Seins, also der Wirklichkeitsbetrachtung, vor den ethischen Schlussfolgerungen.

Dieses Vorgehen bewahrt vor weltfremder Moralisierung.

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Annäherungen an das seit Jahren von links unterwanderte Politik- und Medien-Establishment sind auch in den ablehnenden Reaktionen einiger Bischöfe auf den Beschluss der bayerischen Staatsregierung zu erkennen, das Kreuz in Behörden aufzuhängen. Andere Bischöfe widersprachen dieser Kritik eindeutig. Jeder weiß, dass Symbole grundsätzlich einen Interpretationsüberschuss mit sich bringen.

Konkret: Das Kreuz ist sowohl Erlösungszeichen als auch Verkörperung bestimmter kultureller Identitäten. Während im Glaubenskontext eher auf die zuerst genannte Deutung zurückzugreifen ist, sind für den am Gemeinwohl orientierten Politiker bestimmte Werteimplikationen des Kruzifixes relevant.

Wie also zukünftig umgehen mit Laien, Priestern und Hirten, deren persönliche Frömmigkeit und öffentliches Glaubenszeugnis zum Teil von einem gedanklichen Linksdrift verdunkelt wird ? Ein differenzierter Blick ist nötig. Und ein klarer Widerspruch auf Grundlage des Evangeliums und der katholischen Lehre.

Die Kirche darf keine Organisation werden, deren Vertreter und Verbände politisch einseitig geprägt sind und Versatzstücke einer irdisch-materialistischen Erlösungs-Ideologie predigen.

Das Kreuz muss in der Mitte, im Zentrum bleiben.

Fern von politischen Extremen und Umklammerungsversuchen.

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