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Unheilvolles Business der Barmherzigkeit

17 Jahre war der deutsche Diplomat Volker Seitz auf Posten in Afrika. Vor Ort konnte er beobachten, wie wenig zielführend die praktizierte Entwicklungshilfe ist, wie wenig Hilfe zur Selbsthilfe sie bietet. Er plädiert dafür, auf bombastische Konferenzen zu verzichten, den Geldfluss zu kontrollieren, den Machtmissbrauch der Herrschaftscliquen mit Konsequenzen zu belegen und auf die Afrikaner und Afrikanerinnen zu hören, die wissen, was für ihren an Ressourcen reichen Kontinent gut ist. Statt eine Helferindustrie mit bürokratischen, intransparenten Strukturen aufrechtzuerhalten, an der viele gut verdienen, muss der Aufbau eines kompetenten, unbestechlichen, den Interessen der Bevölkerung dienenden Staatsapparats unterstützt werden.

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein fulminantes Plädoyer des früheren deutschen Botschafters in Kamerun gegen das Business der Barmherzigkeit.«
Berlin Online/Berliner Zeitung 19.07.2009

»Wer sich für Afrika interessiert, muss diese Schrift der unbequemen Wahrheiten lesen.«
Magdeburger Volksstimme 14.07.2009

»Ein lesenswerter Diskussionsbeitrag in einer seit lange schwelenden Debatte.«
orf.at 02.07.2009

»Eine äußerst interessante Analyse hinter die Kulissen der Entwicklungshilfe.«
Wiener Zeitung 06.10.2009

»Das Buch liefert einen bereichernden Beitrag mit klarsichtiger analytischer Bestandsaufnahme und einer spürbaren Verbundenheit mit Afrika.«
Andreas Jungbauer, Mainpost 14.01.2010

»"Ein interessanter und aufschlussreicher Ansatz."«
Münchner Merkur 12. Juni 2010

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Volker Seitz, Jahrgang 1943, war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das Auswärtige Amt tätig, unter anderem bei der EU in Brüssel und in mehreren Ländern Afrikas, und von 2004 bis zu seinem Ruhestand 2008 Leiter der Botschaft in Jaunde/Kamerun.

Quelle:

Top-Kundenrezensionen

Helmut Zell

Ein wichtiges Buch, auch angesichts der Flüchtlingskrise

Meine beruflichen Erfahrungen beziehen sich auf Ostafrika.
Ich habe das Buch von Volker Seitz zweimal gelesen. Zum ersten Mal in 2009, als es erschienen ist. Und jetzt wieder, in seiner 2014 ergänzten und aktualisierten Fassung. Sein kritisches Urteil hinsichtlich der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe habe ich beim ersten Lesen mit gewisser Skepsis gesehen. Heute teile ich seine Ansicht.

Das ist eine sachliche, kompetente und ernsthaft bemühte Analyse mit der Absicht, zur Verbesserung der Situation in Afrika beizutragen.
Ich sehe drei Argumentationsstränge:
a) Ursache der Entwicklungsprobleme Afrikas ist die Politik der afrikanische Machthaber und Führungseliten.
b) Die ausländischen Geber unterstützen mit ihren Geldern diese auch noch.
c) Die Entwicklungshilfe ist in hohem Maße ineffizient.

Volker Seitz beschreibt, dass für Afrika eine riesige Entwicklungshilfeindustrie entstanden ist, in der tausende und abertausende Entwicklungshelfer ihre Einkommen erwirtschaften. Diese florierende Hilfsbranche wende viel Geld auf, vermeide es aber, sich mit eigentlichen den Ursachen der Misere auseinanderzusetzen.

Von besonderer Relevanz ist sein Buch durch die Flüchtlingskrise.

Wegen der desolaten Situation in Afrika machen sich immer mehr Menschen auf den Weg nach Europa. Die Entwicklungshilfe bietet nach Ansicht von Volker Seitz keine Lösung für das Migrationsproblems (S. 126). Wenn man seiner Analyse folgt, sind von den 2017 vom BMZ vorgestellten „Marshallplan für Afrika“ nur geringe Aussichten auf Erfolg zu erwarten.

Selbst eine Vervielfachung der ausländischen Hilfe mit den alten Mechanismen der Entwicklungsbürokratie würde nur dazu führen, dass sich die Eliten in Afrika weiter bereichern, Entwicklungshilfemaßnahmen weiter wirkungslos verpuffen und die afrikanischen Wirtschaften weiter stagnieren.

Die Fluchtursachen würden nicht geringer und weiterhin würden sich Menschen in Richtung Europa in Bewegung setzen.

Seitz hat recht:
Entwicklungshilfe in der gegenwärtigen Form wird den Armen in Afrika nicht helfen. Erforderlich ist eine grundlegend andere Politik gegenüber Afrika.

Leider findet seine mit viel Sachkenntnis und Erfahrung gestützte Argumentation noch zu wenig Widerhall in den Köpfen von Regierung und Parteien.

Das wäre aber notwendig !

 

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